Stückebeschreibungen 2026/27
Die Liebe zu den drei Orangen
Spiel. Spektakel. Südfruchtsehnsucht.
Oper von Sergei S. Prokofjew
Der Konig ist verzweifelt. Sein Sohn, der Prinz, leidet an apathischem Negativismus im Endstadium. Die Ärzte wissen keinen Rat mehr. Doch dann, ein rettender Traum: Lachen muss er, der Prinz! Lachen ist ja die beste Medizin.
Aber so leicht lasst sich ein schwermutiger Prinz nicht erheitern. Erst ein Missgeschick der bösen Zauberin Fata Morgana bringt ihn zum Lachen – und dabei wollte Fata genau das verhindern. Aus Wut verflucht sie den Prinzen: Drei Orangen soll er lieben. Und die müssen natürlich erst aus einem fernen Schloss befreit werden. Doch was ist schon eine gefährliche Reise, wenn man den Hofnarren als Knappen mitnimmt und am Ende zitrusfrische Liebe wartet?
In Prokofjews satirischer Oper treffen Stegreiftheater und Groteske auf jene fein-witzige Musik, die auch vor pompösem Klang nicht zurückschreckt. Ein Werk, das nicht nur den Prinzen zum Lachen bringen wird.
Monty Python’s NOT THE MESSIAH
Komisches Oratorium von Eric Idle und John Du Prez nach dem Kultfilm Das Leben des Brian
Brian träumt von einem freien Judäa und wird plötzlich zum Messias ernannt. Ganz geheuer ist ihm das nicht und er versucht, sich seiner hartnackigen Anhangerschaft zu entledigen. Die aber glaubt fest an ihn. Und so landet Brian, der aus Versehen vom freien Denken predigt, vorm römischen Statthalter und schlisslich am Kreuz.
Aber hey! Always look on the bright side of life. Immerhin soll seine Botschaft fortleben. Und seine Sandale wird ohnehin bereits verehrt.
Monty Python-Mitglied Eric Idle und Filmkomponist John Du Prez verleihen der Kultgeschichte um den fast ganz gewöhnlichen Typen Brian einen musikalischen Anstrich, der von Handel und Bach über Mendelssohn bis hin zu Soulmusik reicht. Und der ein oder andere Monty Python- Klassiker darf hier sowieso nicht fehlen.
Ein Oratorium der etwas anderen Art – halb szenisch, aber ganz schon lustig!
The Wizard of Oz - (Der Zauberer von Oz)
Musical von Harold Arlen und E. Y. Harburg nach dem - Roman von L. Frank Baum
Fragen Sie sich manchmal, was am anderen Ende des Regenbogens liegt? Vielleicht der sagenumwobene Topf Gold? Vielleicht aber auch ein wundersames Märchenland voller Schlaraffen, Zitterschnecks, Hexen, Zauberer und vieler anderer fabulöser Kreaturen?
Begleiten Sie Dorothy Gale, wie sie, per Tornado-Express über den Regenbogen befördert, gemeinsam mit einer sprechenden Vogelscheuche, einem holzhackenden Blechmann und einem zitterängstlichen Löwen die abenteuerliche Reise zum größten Zauberer im Lande Oz auf sich nimmt. Denn der soll sie in ihr heimatliches Kansas zurückzaubern. Ware da nicht die böse Hexe des Westens, die mit Dorothy noch eine Rechnung off en hat ...
Mit musikalischen Perlen wie „Over the Rainbow, einer leichtfüßig-bunten Handlung und einer Botschaft, die auch heute nichts an Aktualität verloren hat, garantiert dieses Musical einen unterhaltsamen Abend für Jung und Alt.
Königskinder
Märchenoper von Engelbert Humperdinck
Erst ist es wie im Märchen: zwei junge Menschen, die Gänsemagd und der Königssohn, konnten die Welt verändern. Doch dann ist es wie im Leben: eine bornierte und empathielose Gesellschaft verhindert Veränderungen.
Im Zentrum stehen eine Gänsemagd, die fern der Welt bei einer Hexe aufwachst, und ein Königssohn, der unerkannt umherzieht. Sie begegnen und verlieben sich. Die Bewohner des Landes wiederum wollen die Ankunft eines neuen Königs erwarten, der Schlag zwölf vor den Toren der Stadt erscheinen soll. Aber dort steht nur die Magd. Die Menschen akzeptieren sie nicht als Königin und erkennen ebenso wenig den Königssohn. Das Paar wird verlacht, verstosen und in den verzauberten Winterwald gejagt. Auf der Flucht im einsetzenden Schnee, eng umschlungen, erfrieren sie, betrauert von Kindern und einem jungen Spielmann, die einzig die „Königskinder“ erkannt haben.
Mit dieser Oper schuf Engelbert Humperdinck das erwachsene Pendant zu Hänsel und Gretel. Ein zutiefst bewegendes Werk, erfüllt von großer sängerischer und orchestraler Schönheit und der tiefen Sehnsucht nach Menschlichkeit und Glück.
Heute Abend: Lola Blau
Musical fur eine Sängerin von Georg Kreisler
Lola ist zurück! Und sie bringt nun Glamour, Melancholie und Zerrissenheit in die Alte Feuerwache. In 20 Chansons erzählt Georg Kreislers Musical von der jüdischen Künstlerin Lola, die 1938 in die USA emigriert, dort zum Showstar wird und schließlich desillusioniert nach Wien zurückkehrt. Clara-Sophie Bertram und Gaby Pochert gestalten das intensive Portrait einer schillernden Frau, die sich gegen alle Erwartungen behauptet.
Cabaret
Musical von John Kander (Musik), Joe Masteroff (Buch) und Fred Ebb (Gesangstexte)
„Willkommen, bienvenue, welcome“ – im Kit Kat Club pulsiert die Nacht: Körper im Takt der Musik, Champagner in Strömen, Küsse im Halbdunkel. Die „Goldenen Zwanziger“ in Berlin: „Fremde, etranger, stranger“, alle sind willkommen. Noch.
Denn bei Tag formiert sich eine andere Choreographie – die zukünftigen Machthaber marschieren schon auf den Straßen. Arbeitslosigkeit und Zukunftsangst machen sich breit.
In dieser Atmosphäre zwischen Glanz und Bedrohung begegnen sich der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw und die schillernde Sängerin Sally Bowles. Ihre Liebe ist intensiv, flackernd.
Als Cliff die Zeichen der Zeit erkennt und Sally anfleht, mit ihm auszuwandern, versteht sie die Welt nicht mehr. Denn es wird doch noch immer gefeiert, getanzt und geliebt im Kit Kat Club, wo jede*r sein darf, was er*sie ist.
Wir steigern das Bruttosozzoprozzo - Oder: Meuterei im Arbeitshaus
Vor 100 Jahren spekulierte der berühmte Ökonom John Maynard Keynes, dass wir in 100 Jahren – also heute – nur noch 15 Wochenstunden arbeiten mussten. Der technologische Fortschritt wurde es möglich machen. „Die Maschinerie arbeitet, der Arbeiter tanzt“ (Karl Marx).
Und heute? Arbeiten mehr Menschen in Deutschland mehr Stunden als je zuvor. Die Politik sagt: nicht genug. Gleichzeitig wachst die Sorge vor Arbeitslosigkeit. Was ist da los? Ist Arbeit eine Religion, die endlose Opfer an Lebenszeit und totale Unterwerfung fordert? Die das Arbeiten selbst dann noch zum Sinn des Lebens erklärt, wenn es nur noch aus sinnlosen Ritualen besteht?
In ihrer ersten gemeinsamen Arbeit werfen Schauspieldirektor Christoph Mehler und Chefautor Ulf Schmidt einen satirischen Blick auf die Arbeitswelt – und offenen den Horizont für eine Zukunft , in der nur so viel gearbeitet wird, wie gearbeitet werden muss.
Farm der Tiere (Animal Farm)
Theaterstuck mit Puppen nach dem Roman von George Orwell in einer Bearbeitung von Armin Petras
„Ich will und muss noch härter arbeiten!“ – das ist Boxers Reaktion, wenn irgendetwas auf der Farm der Tiere schief geht. Weil Bauer Jones immer betrunken war, haben die
Tiere die Farm übernommen. Boxer, das stärkste Zugpferd, hat noch ein zweites Credo: „Napoleon hat immer Recht.“
Ausgerechnet Napoleon, das Schwein, das den Aufstand der Tiere zu seinem privaten Vorteil nutzt und schließlich zum Diktator wird. Als Boxer alt wird, verkauft Napoleon ihn an den Abdecker. Die Kiste Whisky, die das einbringt, versäuft er mit den schlimmsten Feinden der Tiere, den Menschen. Eine tragische Figur, dieser Boxer.
Orwell schrieb seinen Roman als Parabel auf die Geschichte der Sowjetunion, bei der die Revolution des Volkes in die Diktatur Stalins mündete.
Und heute? Mit einem gemischten Puppen- und Schauspielensemble inszeniert Armin Petras den bildgewaltigen Text.
Heinze und die Frauen
Eine feministische Operette
Dieser Moment ist historisch: 1981 wurde der Gender Pay Gap enttarnt. Durch Frauen. 29 an der Zahl. Sie waren Angestellte des Fotolabors Heinze und klagten vor dem Bundesarbeitsgericht. Der damalige Gender Pay Gap betrug 27,4 % zum Gehalt der die gleiche Arbeit verrichtenden männlichen Kollegen. Und 45 Jahre spater? Was schätzen Sie? Liegt der bundesdeutsche Pay Gap bei 16 % – immerhin wird es jetzt statistisch überwacht.
Schluss mit Kampftrinken und Cis-Dude-Mentalität: Mit dieser feministischen Operette und Artikel 3 des Grundgesetzes wird Gleichberechtigung ersungen. Stark, expressiv und in vollem Bewusstsein der juristischen Lage wird die feministische und gewerkschaftlich-solidarische Haltung in Vergangenheit und Gegenwart durch das operettige Brennglas des Humors in Dialogen, Gesang und Tanz erzählt – Kampf-Kunst war nie mitreisender!
Schwingungen
Ballettabend in drei Teilen - Choreographie Stijn Celis, Anna Konjetzky, Adi Salant
Wir leben in einer Welt der Schwingungen. Die kleinsten Teilchen, die Atome, schwingen, Saiten und Stimmbänder schwingen; im Buhnentanz federt der Schwingboden, und überhaupt ist der Mensch in vielerlei Hinsicht ein schwingungsfähiges System. Für Friedrich Theodor Vischer war das Theater ein Ort, um Menschen „frei vom Druck des Zufalls und des Bedürfnisses“ mit Kunst zusammenzubringen.
Dieser dreiteilige Ballettabend wird drei Urauffuhrungen präsentieren, die, soviel ist zu erwarten, mit dem Saarbrücker Publikum in Resonanz gehen. Neben Ballettdirektor Stijn Celis kreieren Anna Konjetzky, eine prägende Choreographin der deutschen freien Szene, und Adi Salant, die dem Batsheva-Kosmos von Ohad Naharin entstammt und seit vielen Jahren eigene Stücke schafft.
Ein Sommernachtstraum
Choreographie Stijn Celis Buhne Sebastian Hannak Kostume Bregje van Balen Musik Felix Mendelssohn Bartholdy, Lorenzo Bianchi Hoesch Musikalische Leitung Justus Thorau
In einem magischen Wald außerhalb von Athen geschehen merkwürdige Dinge. Dorthin flehen Liebespaare, nichtsahnend, dass sie im Unterholz verzaubert werden.
Hier geben die Elfen mit ihrem Herrscherpaar Oberon und Titania den Ton an und ein schusseliger Puck treibt sein Unwesen – so werden die Liebesverhältnisse durcheinandergewirbelt.
Shakespeares Komödie zahlt zu seinen beliebtesten Stücken. Vor dem Hintergrund des heidnischen Glaubens an das Auftreten unerklärlicher Dinge in der Mittsommernacht vollzieht sich ein überraschendes Verwechslungsspiel samt Irrungen und Wirrungen der Liebe.
Fur Stijn Celis ist es nach seinem großen Erfolg mit Romeo und Julia (Spielzeit 2024/25) eine weitere Auseinandersetzung mit der Welt Shakespeares – nach der Tragödie bringt er nun eine Komödie leichtfüßig und ausdrucksstark auf die Bühne.
Was ihr wollt
Komödie von William Shakespeare
Graf Orsino begehrt Gräfin Olivia. Doch sie befindet sich in Trauer und weist ihn ab. Daraufhin schickt Orsino seinen Diener Cesario zu ihr, der eigentlich Viola ist, ein verkleidetes Mädchen, um für ihn zu werben. Doch Olivia verliebt sich in Cesario/Viola wahrend Viola/Cesario sich in Orsino verliebt.
Und dann ist da noch die Dienerschaft: Mit Saufen wollen Sir Toby und seine Kumpan*innen die Nacht zum Tag machen, was dem Haushofmeister Malvolio nicht passt.
Um ihm eins auszuwischen, schickt man ihm gefälschte Liebesbriefe. Malvolios vermeintliches Liebesabenteuer endet mit einer großen Blamage und Kränkungen, die Konsequenzen haben werden. Die Liebe als Entgrenzung, als unstillbares Verlangen,
llässt die Figuren ins Straucheln geraten. Dass sich am Ende fast alle Paare finden, scheint wie ein ungläubiges Erwachen aus einem sehnsuchtsvollen Traum. Denn die Sehnsucht nach „der Liebe Nahrung“ bleibt.
Fausts Verdammnis - (La damnation de Faust)
Dramatische Legende von Hector Berlioz
Faust plagt der Weltschmerz. Seine unbekümmerten Mitmenschen versteht er nicht. Er sucht sein Gluck fern der Gesellschaft und findet nur die Einsamkeit. Als er am Rande
der Verzweiflung steht, taucht plötzlich der ewige Verführer auf. Sein Name? Mephistopheles. Von ihm geleitet darf Faust alle Genüsse erleben, die seine Welt zu bieten hat, ob irdisch oder übernatürlich.
Bis Mephistopheles ihm die Quittung daf+r präsentiert: Im Höllenritt treibt er Faust in die Unterwelt, mit jagenden Geigen und markerschütternden Blechblasern, die auf wunderbare Weise das Furchten lehren.
Erleben Sie eine der seltenen szenischen Aufführungen dieser Oper und seien Sie gespannt, wie Generalmusikdirektor Sebastien Rouland die facettenreichen Chor- und Orchestertableaus mit den lyrischen Partien der Solist*innen zu einem teuflisch-sakralen Ganzen verschmelzen lasst.