Die tote Stadt

Oper von Erich Wolfgang Korngold mit Texten von Paul Schott

Man muss ja aufpassen, was man sagt. Zombie-Filme in Frage zu stellen, bedeutet, sich gegen die Mehrheit des Filmpublikums zu stellen. Dabei gab es schon so viele fantasievollere Darstellungen von »Zwischenreichen« – denken wir nur an den Gruselklassiker Nosferatu. Erich Wolfgang Korngold ließ sich durch den Roman »Das tote Brügge« von Georges Rodenbach zu seiner Oper »Die tote Stadt« inspirieren. Heute klingt Musik aus Hollywood anders, aber heute interessieren wir uns auch für Zombies statt für die Deutungen unserer Träume, die uns so wunderbare Streiche spielen. Erotisches paart sich mit Alltäglichem, Wünsche gehen in Erfüllung. Diese Momente hat Korngold in eine Musik gegossen, die so schön ist, dass die Zeit anzuhalten scheint. Wo Wagner noch rastlos strebte und Puccini die Uhr des Lebens gnadenlos herunterticken ließ, fand Korngold die Pause-Taste, die den Traum dort anhält, wo er am schönsten ist – oder eben dort, wo man es kaum aushält. Zombies dagegen sind Kinderkram.